Deep Sky Fotografie

Hierbei soll es um meine erste Erfahrungen mit der Deep Sky Fotografie gehen. Ich bin absoluter Anfänger, der sich so langsam rantastet.

Die Kamera

Funktionalitäten, Anforderungen und Optionen

  • ISO-Wert und Belichtungszeit müssen steuerbar sein.
  • die Kamera sollte das RAW-Format unterstützen
  • Man muss sie per Software fernauslösen können. Fernauslöser ist sicher einleuchtend, ansonsten würde man verwackeln. Eine Software sollte das steuern können, damit man nicht die ganze Nacht mit der Stoppuhr neben der Kamera sitzt. Das ganze sollte stabil laufen. Ich hatte mal meine Fuji S5 über die Software Hyper Utility v3 anzusteuern. Das war eine Katastrophe. D.h. vorher informieren, welche Kamera von welcher Hard- und Software unterstützt wird. Derzeit nutze ich die Software APT.
  • eine detailierte Vorschau sollte möglich sein. Dazu eignet sich der Liveview am Monitor der Kamera oder das übertragene Liveview-Bild auf einen Laptop. Das ist notwendig um die Sterne scharf zu stellen
  • ein Klappdisplay ist nicht zwingend erforderlich, schont aber unter Umständen den Rücken, wenn man sich nicht so oft bücken muss.
  • es sollte ein T2-Adapter für das Kamerabajonett erwerbbar sein. Mit diesen wird die Kamera an das Teleskop angeschlossen.
  • die Pixelgröße des Sensors sollte zu dem Öffnungsverhältnis der Kamera passen. (Stichworte Nyquist-Kriterium , oversampling/undersampling). Das ganze ist auch abhängig vom Seeing. Bei schlechtem Seeing werden die Sterne innerhalb von Sekunden zu aufgeblähten Scheiben. Eine gute Beschreibung und einige Formeln zur Berechnung fand ich hier. Eine guten Online-Rechner findet man hier.
  • die Stromversorgung ist ein wichtiges Thema, es gilt zu prüfen ob es es Ersatzakkus oder beim lokalen Betrieb entsprechende Netzadapter gibt.
  • normale Kameras haben einen Infrarot-Sperrfilter vor dem Sensor, so dass nur das normale sichtbare Lichtspektrum durchgelassen wird. Nebel mit ionisierten Wasserstoffs (z.B. Orion) leuchten im infraroten Bereich ( Hα-Linie bei 656nm). Möchte man diese Motive aufnehmen, ist es sinnvoll den Infrarot-Sperrfilter entfernen zu lassen. Man spricht von astromodifizierten Kameras. Einige Hersteller bieten auch spezielle Astro-Kameras ohne Infrarot-Sperrfilter an, so z.B. die Nikon D810a, Sony Alpha 7s Astro...
  • als Tipp, bei der Astrofotografie ist der SNR Wert in Bezug zum ISO-Wert wichtig. Der SNR-Wert beschreibt das Verhältnis Signal zum Rauschen (signal noise-ratio). Der kann bei jeder Signal-Verstärkung (ISO) anders ausfallen und ist abhängig von der Kamera. Daher sollte man schauen, bei welchen ISO-Wert die Kamera die meisten Informationen im Verhältnis zum Rauschen liefert. Bei meiner Canon 600d ist das ISO 800. Als Referenz empfehle ich diese Seiten für Canon, Nikon, Sony Kameras.

Die Montierung

Aus meiner Sicht eins der wichtigsten Geräte der Gesamtausrüstung. Hier sollte man gut investieren, wenn man hier spart, ärgert man sich viele Nächte. Vorab ich kann nur über die parallaktische Montierung schreiben, eine andere habe ich noch nicht getestet. Hier ein paar erste Erkenntnisse.

  • je billiger um so ungenauer. Periodische Fehler werden kleiner je mehr man investiert. Wer das Geld hat, ist sicher gut mit einer 10 Micron Montierung besser beraten als mit einer iOptron oder Skywatcher Montierung. Nur kostet die einfachste 10 Micron 8500 €. Die Skywatcher EQ6 kostet dagegen ca. 1600 €. Da muss jeder schauen, ob man das Geld übrig und/oder ob man das für das Hobby investieren möchte.
  • Made in China ermöglicht vielen erst das Hobby. Man muss aber mit Serienstreuung und Unzulänglichkeiten beim Material rechnen. Im Internetforen findet man durch die hohe Verbreitung viele Tipps welche Teile man wie austauscht.
  • die Angaben der Hersteller, was eine Montierung tragen kann, gilt nur für die Beobachtung per Teleskop. Wenn man fotografieren möchte, sollte man gut ein Drittel von deren Angaben abziehen. Z.b. eine SkyWatcher EQ5 soll laut Hersteller 10kg tragen können. Wenn man fotografiert sollte man ein Teleskop maximal bis 6-7 Kg darauf setzen, denn Kamera+Leitrohr+Guiding-Kamera+Adapter+Bildebener+Filterrad+Heizmanschetten... wiegen zwischen 2-3 kg.
  • ein Stativ wird oft zur Montierung geliefert. Entsprechende Anschlussmöglichkeit zur Montierung ist dann bereits vorhanden.
  • theoretisch langt eine Montierung mit einem RA-Motor.Ein zusätzlicher Motor für DEC-Achse erlaubt Guiding, Goto etc.
  • wenn die Montierung von außen steuerbar ist, ermöglicht sie Guiding, Ausrichten per Platesolving, Goto über Planetarium-Software etc.
Übrigens der Versuch, einen Mak 90/1250 auf Manfrotto-Stativ mit einen Fornax LighTrack II zu nutzen, scheiterte kläglich. Man durfte nicht mal das Okular berühren, schon hatte sich der Bildauschnitt verschoben. Man sollte eben doch Montierung mit Stativ passend zum Zweck kaufen.